Interview mit Anton Grienes

Wir haben am 18.09. im Gasthaus „Zum Grünen Baum“ mit dem 82-jährigen Anton Grienes gesprochen. Er sagte uns, er kam 1947 hier her, weil er aus seiner Heimat der Tschechoslowakei zusammen mit seiner Familie vertrieben wurde.  In Zschepplin – sagte er uns – wurde er mit seiner Familie nicht mit offenen Armen empfangen wegen des Dialektes (Herr Grienes kommt aus dem Sudetenland, sein Dialekt klingt ähnlich dem Bayrischen). Erst durch seine Arbeit bekam er die nötige Anerkennung: Mit 16 Jahren kam er in das Dorf Oberglaucha und arbeitete bei einem Landwirt. Einige Zeit später zog er wegen des Arbeitsamtes nach Zschepplin und arbeitete zunächst in der Metallgießerei. Ein paar Jahre später arbeitete er 39 Jahre in verantwortlicher Position im Eilenburger Chemiewerk, Zelluloidwerk (ECW). In Zschepplin war er als „Wasserdoktor“ bekannt (Er reparierte die Wasserpumpen).

Wir stellten ihm Fragen im Zusammenhang mit dem Projekt Zeitensprünge und bekamen von ihm erzählt:

Welche Dinge gab es in Ihrem Ort, die für Sie in der Jugendzeit interessant waren? (Z.B. Läden, Spielplätze, Tanzsäle, Feste?) Wie lange ist das her?

Bei Bergmanns in der Gaststätte gab es einen Tanzsaal. Damals gab es bei uns zwei Bäcker und einen Lebensmittelladen. Dann kam der Konsum und dadurch hat es sich für den Lebensmittelladen nicht mehr gelohnt und er hat geschlossen. Der Kapitalismus stieg nach der Wende stark an und dadurch hat es sich für die Läden nicht mehr gelohnt. Auch der Zusammenhalt zwischen den Bewohnern war nicht mehr so stark.

Was gibt es heute an Sachen, die für Jugendliche interessant sind?

Herr Grienes konnte uns dazu nichts berichten.

Wer hatte für diese Dinge die Idee, bzw. diese Sachen gegründet/gebaut?

Herr Grienes konnte uns darüber nichts berichten.

Die Sachen, die es nicht mehr gibt: Wie ist es dazu gekommen?

[Lacht]: ,, Das kam wie das andere auch vom Zusammenhalt und vom Kapitalismus

 

Interview und Text: Jonas Hickmann

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